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Dichterpflänzchen erstmalig
beim Nouruz Fest dabei!


Mit einem kleinen Zwiegespräch in Gedichten zwischen Goethe und Hafiz bedanken sich die Dichterpflänzchen für die Einladung zum Interkulturellen Nouruz Fest, welches von der Iranischen Gesellschaft für Vielfalt und Integration e.V. Kanun (IGVI) am 24.03.2018 im Haus der Jugend in Mainz (Mitternachtsgasse 8, 55116 Mainz) ab 19:30 Uhr ausgerichtet wird.

Das unterhaltende Abendprogramm wird gestaltet von der Tanzgruppe Monira, der Tanzschule Willius Senzer, der Chorgruppe Taraneh, der Kinderchorgruppe Awa und dem Musiker Mohammad Kia und nätürlich gibt es ausreichend persische Spezialitäten zu probieren.

Der Verein Kanun verfolgt die allgemeinen Ziele der Förderung von internationaler Gesinnung, Gleichberechtigung aller Bürger sowie Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und Völkerverständigung (nähere Informationen dazu hier: www.kanun-igvi.de.rs/).

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Nouruz

Das persische Neujahrsfest Nouruz (auch "Noruz" oder "Newroz") ist eines der ältesten Feste der Menschheit. Seit etwa 3000 Jahren wird mit bunten Kleidern und üppigem Essen dem Frühling begegnet. Es wird vor allem im Iran und in den kurdischen Gebieten der Türkei und des Nordirak gefeiert. Aber auch auf dem Balkan, rund um das Schwarze Meer, im Kaukasus und Zentralasien wird Nouruz begangen.

In der wörtlichen Übersetzung bedeutet Nouruz soviel wie „Neuer Tag“. Der Wortbestandteil Ruz lässt sich jedoch auf das Urwort Rauça ableiten, das sich wiederum auf das Wort Leuk zurückführen lässt. Hieraus entwickelten sich übrigens die Wörter Licht (deutsch), Lux (lateinisch) oder Leukós (griechisch). Das Persische Neujahr ist damit auch eine Hommage an das Licht des Frühlings, das Leben spendet.

Der eigentliche Höhepunkt des Festes ist der Zeitpunkt der Tag/Nacht-Gleiche (persisch "Salgascht"). Zur Tag/Nacht-Gleiche am 20. oder 21. März sind überall auf der Erde Tag und Nacht ungefähr gleich lang. Dieser Tag ist der eigentliche Beginn der Nouruz-Festtage und leitet sie ein.

Bedeutung des Persischen Neujahrs

Im Iran gilt der Feiertag als höchstes, weltliches Fest, denn hier wird Nouruz als Gleichnis von der Weltenschöpfung und der Neugeburt des Menschen begriffen. Es symbolisiert neue Hoffnung. Gleichzeitig wird die Botschaft des Friedens in alle Himmelsrichtungen getragen.

Das Fest begehen die vielen iranischen Volksgruppen gemeinsam mit viel Freude. Konflikte werden beendet. Außerdem erfolgt eine gebührende Würdigung der älteren Generation. Das Frühlingsfest ist damit auch ein Fest der Freundschaft und der Solidarität.

Als altorientalisches Fest wird das Persische Neujahr traditionell mit Musik, Tanz, Speisen und Gebeten gefeiert.



"Haft Sin", der gedeckte Tisch

Anlässlich des Feiertages muss das „Haft Sin“ zubereitet werden. Dabei handelt es sich um sieben Elemente, die sich auf Festtafel befinden. Wichtig ist, dass alle Bestandteile mit dem persischen S beginnen, denn sie haben eine tiefere Symbolik:

Sabzeh: Weizen-, Gersten- oder Linsensprossen (Munterkeit)
Samanou: Pudding aus Weizen (Wohltat und Segen)
Sir: Knoblauch (Schutz)
Senjed: Mehlbeere (Saat des Lebens)
Serkeh: Essig (Fröhlichkeit)
Somagh: Gewürzsumach (Geschmack des Lebens)
Sib: Apfel (Gesundheit)

Selbst die Dekoration der Tafel für das „Haft Sin“ ist vorgeschrieben:

Sonbol: Hyazinten (Freundschaft)
Sekeh: Münzen (Wohlstand)
Aiineh: Spiegel (Reinheit und Ehrlichkeit)
Sham: Kerze (Feuer)
Tokhm morgh rangi: Bemaltes Ei (Fruchtbarkeit)
Mahi ghermez: Goldfisch im Wasser (Glücklichkeit)
Ketab: Buch (Weisheit)

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Bei dem feierlichen Festessen werden gleichzeitig die Segenswünsche für das Jahr an Freunde und Familie überbracht.

Amu Nowruz und Haji-Firuz
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In den letzten Wochen des Winters und die ersten Tage des Frühlings trifft man den „Haji-Firuz“. Er ist eine rot verkleidete Narrenfigur mit einem langen Magierhut und schwarz gefärbtem Gesicht, der die ersten Tage auf den Straßen mit einem Tamburin Musik macht, tanzt und fröhliche und satirische Lieder singt, wofür er mit Geldspenden entlohnt wird.

Den tatsächlichen Ursprung der Figur des Amu Noruz konnte bisher nicht geklärt werden, es bestehen mehrere Theorien. In der persischen Mythologie gibt es noch eine andere, sehr mythische und alte Figur, den „Amu Nowruz“ (Onkel Nowruz). Er ist meistens in einem weißen Gewand gekleidet, hat eine lange Mütze auf dem Kopf und trägt einen langen weißen Bart, und er symbolisiert die Freundschaft, Liebe und Barmherzigkeit. Der Sage nach kommt er immer am ersten Jahrestag und beschenkt die Kinder.