2012 - 20 Jahre Dichterpflänzchen


Die Wiesbadener "Dichterpflänzchen" sind heute eine Institution für die anspruchsvolle und aktuelle Beschäftigung mit Schiller, Goethe und vielen anderen Dichtern der deutschen Klassik wie der Weltliteratur. Vor allem zur inhaltlichen Ausgestaltung des “Dialogs der Kulturen” haben die “Dichterpflänzchen” inzwischen bemerkenswert beigetragen, indem sie neue Wege des kooperativen Dialogs über Ideen und Schönheiten unterschiedlicher Kulturen und Dichtungen erprobten.

Der Poesiekreis wurde im Januar 1993 gegründet. Etwa zehn Poesiefreunde fanden sich zum ersten Treffen ein, zu dem damals das heutige Vorstandsmitglied Ralf Schauerhammer geladen hatte.

Seither trifft sich der Kreis - die Anzahl der aktiven Mitglieder schwankt zwischen 8 und 11 Personen - regelmäßig im Abstand von etwa zwei Wochen. In der langen, intensiven und ehrlichen Arbeit mit Sprache und Poesie entstanden immer neue Rezitationsprogramme, Dichterportraits und ein breites Wissen über viele Dichter, deren Weltanschauung und poetisches Werk.
Während die inhaltliche Entwicklung als ein durchgängiges Poesieprojekt beschrieben werden kann, lässt sich die organisatorische Entwicklung des Poesiekreises in drei Zeiträume gliedern.

Das Sprechlabor im Wohnzimmer 1993 – 1995
Fast eineinhalb Jahre fand die Poesiearbeit sozusagen „im stillen Kämmerlein“ statt. Neben dem Erlernen von Gedichten wurden Rezitationsbeispiele gesucht, alte Tonaufnahmen aufgestöbert, Rezitationsregeln klassischer Dichter zusammengetragen, Kontakte zu SprechlehrernInnen, Regisseuren und Schauspielern geknüpft. Bei den regelmäßigen Treffen wurden auch Tonaufnahmen der Gedichtvorträge gemacht und anschließend kritisch besprochen.

Die Kooperation mit dem Schiller-Institut 1995 – 2006
Viele Jahre stellte sich der Poesiekreis im Interesse der Wiederbelebung von Schillers Ideen unter das Dach des Schiller-Instituts. Die Verbindung ging über lange Zeit gut. Neben den vielen unabhängig von dieser Kooperation organisierten Veranstaltungen der “Dichterpflänzchen” - Rezitationsabende, Seminare, Sprechunterricht, Auftritte in Schulen und Seniorenheimen - gab es mindestens einmal im Jahr ein gemeinsame Veranstaltung. Schon ab 2001 war die Zusammenarbeit jedoch gestört, die Einflussnahme auf die inhaltliche Arbeit und die Präsentationsform der Poesie durch den Vorstand des Schiller-Instituts wurde nach und nach untragbar. Einige Jahre zähen Wirkens und Duldens verstrichen, bis es im November 2006 zum endgültigen Bruch kam.

Die Entstehung des Poesievereins 2006
Alle Mitglieder der Dichterpflänzchen kündigten ihre Mitgliedschaft im Schiller-Institut und mit diesem verknüpften Organisationen. Danach entschied sich der Poesiekreis seine Selbstständigkeit durch die Vereinsgründung zu dokumentieren.
Im Dezember 2006 fand die Gründungsversammlung statt, im Januar 2007 war der Verein “Dichterpflänzchen e.V.” im Registergericht Wiesbaden eingetragen und seit April 2007 ist die Gemeinnützigkeit von Finanzamt Wiesbaden anerkannt.

Die seit Beginn des Jahres 2007 erbrachten kulturellen Aktivitäten des Poeisevereins Dichterpflänzchen e.V. sind auf unserer Homepage unter der Rubrik “Rückblick” dokumentiert.