
Dienstag, den 10.02.2026 um 16 Uhr
Antoniusheim - Veranstaltungssaal
Idsteiner Str. 109/111, 65193 Wiesbaden
IN GERADE EINMAL FÜNF TAGEN tanzt der Fastnachtszug durch Wiesbaden.
Und ein Tag später wird, als Höhepunkt der närrischen Saison, der Rosemontagzug durch unserer Nachbarstadt Mainz tollen. Ab dem 11.11. um 11 Uhr 11 haben die Narren das Regiment in den Städten übernommen. Überall werden Fastnachtsbälle und Sitzungen angeboten.
Auch an den Dichterpflänzchen geht diese fünfte Jahreszeit nicht spurlos vorbei. Deshalb erzählen wir in dieser Rezitationsveranstaltung etwas worüber Sie lachen können. Wir halten keine Büttenreden und eröffnen auch keine Witzparade, aber wir stellen lustige Gedichte und Geschichten vor, die erheitern und fröhlich machen sollen.
Lachen ist gesund. Und das stimmt ja auch.
Viele Dichter haben neben ihren ernsten und nachdenklichen Werken auch erheiternde Gedichte geschrieben. Wie zum Beispiel Wilhelm Busch, Erich Kästner oder Eugen Roth. Auch die Dichterpflänzchen haben einen ernsthaften Dichter in ihren Reihen, der ab und zu ins Humoristische abschweift. Oft nimmt er dabei die Alltagsprobleme von Frau Müller und Herrn Maier zum Anlass den Leser oder Hörer zum Lachen zu bringen.
Ralf Schauerhammer
Der Beipackzettel
Frau Maier tun die Zähne weh,
sie spürt den Schmerz von Kopf bis Zeh‘.
Zum Doktor läuft sie händeringend,
sie braucht Tabletten, und zwar dringend.
Das heißbegehrte Präparat
ist schon gekauft, es liegt parat,
auch ein Glas Wasser steht dabei:
Bald ist Frau Maier Schmerzen-frei!
Wird dieses Mittel appliziert,
so wirkt es prompt und garantiert,
nur manchmal, da geschieht es eben
und seine Wirkung geht daneben,
wird „Nebenwirkung“ dann genannt
und ist, sofern bereits bekannt,
ob permanent, ob nur befristet,
im Beipackzettel aufgelistet.
Der Beipackzettel ist sehr lang,
Frau Maier wird ganz angst und bang.
Denn sieh! Man muss articularis
bedenken und auch fibrilaris,
und trifft die Gonokokämie
auf eine Bakteriophobie,
ergibt sich bei Carbamidum
bisweilen ein Effluvium.
Frau Maier wird im Kopf ganz dumm,
Pe-rio-di-da-don-tium,
sie spürt die Nebenwirkung kommen -
zum Glück hat sie noch nichts genommen!
Was wär‘ das ein Malheur gewesen,
hätt‘ sie den Zettel nicht gelesen!
Sie denkt: „Ich war schon fast im Grabe.
Wie gut, dass ich nur Zahnweh habe!“
„Das ist ja zum Lachen“, eine knappe Stunde, die Sie für lange Zeit erfreut.